Handelsblatt, 14. Juli 2010
Wegen der steigenden Nachfrage nach seinen Luxus-Jeeps will Volkswagen in der Slowakei wieder Mitarbeiter einstellen. Damit erreicht der Konzern dort wieder das Niveau der Vorkrisenzeit, nachdem er im letzten Jahr die Mitarbeiterzahl in Bratislava drastisch reduzierte
Das Volkswagen-Werk bei Bratislava (Slowakei): Der Konzern will wieder neue Mitarbeiter einstellen. Quelle: dpa
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BRATISLAVA. Der Volkswagen-Konzern profitiert von einer stark steigenden Nachfrage nach seinen luxuriösen Geländefahrzeugen (SUV). Im VW-Werk im slowakischen Bratislava, wo der deutsche Konzern seine SUV-Fertigung konzentriert hat, fehlen deshalb plötzlich Mitarbeiter. Wie eine Sprecherin von Volkswagen bestätigte, sollen noch in diesem Sommer etwa 1 000 neue Mitarbeiter eingestellt werden.
Im vergangenen Jahr hatte das Werk in Bratislava das genaue Gegenteil erlebt: In den wichtigsten Abnehmerländern für die SUV war die Nachfrage eingebrochen. Die weltweit eingeführten Abwrackprämien halfen an erster Stelle den Kleinwagen, nicht aber den luxuriösen Jeeps. In Bratislava, wo jährlich mehr als 200 000 Fahrzeuge hergestellt werden können, darunter die Modelle VW Touareg, Audi Q7 und große Teile des Porsche Cayenne, verließen 2009 gerade einmal knapp 110 000 Fahrzeuge die Bänder. Deshalb reduzierte Volkswagen die Zahl seiner Mitarbeiter von 7 800 auf 6 500.
„Wir spüren weltweit, dass die Nachfrage nach unseren Autos wieder anzieht“, sagte VW-Slowakei-Chef Andreas Tostmann im Gespräch mit dem Handelsblatt. Das betreffe gleichermaßen die wichtigsten Absatzregionen Europa, Nordamerika und China. In der Getriebefertigung in der Slowakei lässt Volkswagen inzwischen wieder an sieben Tagen in der Woche arbeiten. In der Fahrzeug-Produktion gibt es mittlerweile auch Samstags-Schichten. Mit den 1 000 Mitarbeitern, die jetzt wieder eingestellt werden, erreicht Volkswagen in dem Land in etwa das Vorkrisenniveau.
Um das Werk besser gegen Nachfrageschwankungen abzusichern, bekommt die Fabrik in Bratislava auch zusätzlich eine Kleinwagen-Fertigung. In der zweiten Jahreshälfte 2011 sollen die ersten Modelle vom Typ Up von den Bändern rollen. Der Volkswagen-Konzern investiert dafür gut 300 Millionen Euro und schafft weitere 1 500 Arbeitsplätze.